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Einleitung...
Hinduismus, nach Christentum und Islam die dritte der großen Weltreligionen. Die Bezeichnung subsummiert verschiedenste (und unterschiedlichste) religiöse Gruppierungen und Religionsformen und vereint die Vorstellungen und Praktiken all derer, die für sich den Namen Hindu (Inder) beanspruchen. Sie umfasst somit all jene Religionen des indischen Subkontinents, die sich nicht ausdrücklich als nichthinduistisch verstehen. Hindu wurde zunächst von den als Eroberer auf den indischen Subkontinent vordringenden Muslimen für die Bevölkerung jenseits des Flusses Sindhu (Indus), also für alle nichtmuslimischen Inder, verwendet und erst im 19. Jahrhundert als Selbstbezeichnung übernommen. Vor der Trennung des Subkontinents in die Staaten Indien und Pakistan betrug der Anteil der Hindus an der Gesamtbevölkerung etwa 70 Prozent. Im heutigen Staat Indien sind etwa 80 Prozent Hindus; mehr als 90 Prozent aller Hindus leben dort.
Trotz der ethnischen Verankerung des Hinduismus gab es in seiner Geschichte immer wieder geographische Expansionen über das Stammland hinaus. So war er seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. in ganz Südostasien verbreitet, wo er durch Kontakte mit den lokalen Traditionen neue Formen annahm: Noch heute etwa sind 90 Prozent der Bevölkerung auf Bali Hindus. Zur Zeit der politischen Vorherrschaft der Briten wanderten Hindus als Lohnarbeiter in verschiedene Teile des britischen Weltreiches aus, eine neuerliche Ausbreitungswelle ging vom Neohinduismus aus. Heute gibt es zahlreiche Yogaschulen in Europa und Amerika, und indische Gurus gründen unter mehr oder minder großer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in aller Welt neue Religionen.
Der wichtigste und einflussreichste Rechtstext des Hinduisums ist das Manu-Smriti, das Gesetzbuch des Manu, das so heißt, weil es die Offenbarung des Schöpfergottes Brahma an Manu, den Urvater des Menschengeschlechts, enthält. Dieses zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. entstandene Werk stellt mit seinen Rechtssatzungen zu Religion und Sitte ein Kompendium des Hinduismus dar.
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die heiligen Schriften ...
Die Heiligen Schriften des Hinduismus werden in die zwei großen Gruppen Shruti (Sanskrit: das Hören, das Gehörte) und Smriti (Sanskrit: Erinnerung), unterteilt. Erstere bezeichnet das Gehörte und Erschaute der Weisen der Vorzeit in der Versenkung, und somit das ewige, unwandelbare Wissen, die göttliche Offenbarung. Smriti bezeichnet die alte, heilige Überlieferung, die auf inspirierte Heilige und Dichter zurückgeführt wird.
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die wichtigsten Gotheiten des Hindduismus ...
Ganesh, der Sohn von Shiva und Parvati, trägt einen Elefantenkopf, weil Shiva ihm in einem Anfall von Wut den Kopf abschlug und ihm deshalb vom nächst besten Lebewesen den Kopf aufsetzen musste, um ihn wieder zum Leben zu bringen. Das erstbeste, gerade greifbare Lebewesen war ein Elefant. Das Reittier Ganeshs ist eine Ratte. Die Ratte ist ein Symbol für die Kraft, die selbst im kleinsten Lebewesen steckt und die Fähigkeit in sich birgt, selbst einen Elefanten zu tragen.
Krishna, der blaue Hirtengott mit der Flöte, hat seine Kindheit und Jugend bei den Hirten verbracht, und viele Geschichten ranken um seine Spiele mit den Gopis, den Milchmädchen. Die meisten Krishnabilder zeigen ihn mit Radha, einer Gopi. Anhänger Krishnas suchen die Erlösung ganz in der Hingabe zu Krishna (Bhaktireligion). Krishna begegnet uns wieder in einem Teil des Mahabharata, der Bhagavadgita. Hier ist er der Wagenlenker Arjunas, der ihn lehrt, dem Dharma entsprechend zu handeln und Gott zu vertrauen, ohne nach Erfolg oder Misserfolg zu fragen.
Shiva ist zugleich der Zerstörer und Erneuerer. Er kann viele Formen annehmen. Manchmal erscheint er als Asket mit einem Tigerfell bekleidet. Die meisten der Sadhus beziehen sich auf ihn, manche tragen auch den Shiva-Dreizack mit sich. Shiva wird nachgesagt, daß er Ganja raucht. Deshalb trifft man in Nordindien und Nepal besonders viele Sadhus mit Shilloms. Shivas Reittier ist der Bulle Nandi.
Vishnu ist der Welterhalter. Er steht entweder auf einem Lotus (Zeichen der Reinheit) oder fliegt auf dem Vogel Garuda oder liegt auf einer Schlange. In seinen vier Händen hält er Diskus, Meermuschel, Lotusblüte und Keule. Seine Gefährtin ist Lakshmi, die Göttin der Schönheit, des Glücks und des Reichtums. Vishnu inkarniert sich von Zeit zu Zeit, um das Dharma (Gesetz) auf der Erde aufrecht zu erhalten. Seine letzten Inkarnationen sind Rama, Krishna und Buddha. Folgen soll noch die zehnte Inkarnation, der Kalkinavatar. Ramas Taten und Leben mit seiner Gefährtin Sita sind im Ramayana niedergeschrieben. |
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