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das Land:
Europa, nach Australien zweitkleinster Kontinent. Von den etwa 10,5 Millionen Quadratkilometern Landfläche entfallen rund 7 Prozent auf Inseln. Europa besitzt mit rund 740 Millionen Einwohnern dennoch die nach Asien zweitgrößte Gesamtbevölkerung aller Erdteile. Obwohl Europa als einzelner Kontinent bezeichnet wird, gehört es zusammen mit Asien zur Eurasischen Landmasse. Der Westteil Eurasiens, etwa ein Fünftel der Gesamtfläche, wird von Europa eingenommen.
Geschichtliche, wirtschaftliche und auch kulturelle Gründe rechtfertigen es, Europa als selbständigen Erdteil aufzufassen. Heute werden im Allgemeinen der Gebirgszug des Ural und – nach Süden anschließend – der Fluss Ural sowie das Schwarze Meer, der Kaukasus und das Kaspische Meer als Grenze zwischen Europa und Asien betrachtet. Der Name des Kontinents leitet sich möglicherweise von Europa her, der Tochter des phönizischen Königs Agenor, oder von dem phönizischen Wort Ereb, das „Sonnenuntergang” bedeutet.
Als nördlichster Punkt des europäischen Festlandes wird allgemein das Nordkap in Norwegen angesehen, in Wirklichkeit ist es aber Knivskjelodden (71°11'08'' Nord), das vier Kilometer weiter westlich liegt. Der südlichste Punkt des Kontinents ist die Punta de Tarifa bei Gibraltar im südlichen Spanien. Von West nach Ost erstreckt sich das Festland zwischen Cabo da Roca in Portugal und den Bergketten des Ural in Russland. |
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Religionen:
Die Mehrheit der Europäer bekennt sich zum christlichen Glauben. Die Anhänger der römisch-katholischen Kirche – sie leben vorwiegend in West-, Mittel- und Südeuropa sowie in Polen – bilden die größte Religionsgemeinschaft. Zweitgrößte Glaubensgruppe sind die Anhänger des protestantischen Glaubens, der in verschiedenen Ausprägungen vorwiegend in den Ländern Nord- und Mitteleuropas verbreitet ist. Eine dritte große Gruppe innerhalb des Christentums bildet die orthodoxe Kirche. Ihre Anhänger leben vorwiegend in Russland, Georgien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Serbien und Montenegro sowie – mit Ausnahme Sloweniens – in den heute unabhängigen Republiken, die früher dem jugoslawischen Staatenbund angehörten. Darüber hinaus gibt es in den meisten europäischen Ländern jüdische Gemeinden, die größte davon in Russland. Albanien und die Türkei sind vorwiegend muslimisch geprägt. |
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Sprachen:
In Europa wird eine Vielzahl von Sprachen gesprochen. Die wichtigsten Sprachfamilien sind: die slawischen Sprachen, zu denen Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch, Tschechisch, Slowakisch, Bulgarisch, Polnisch, Slowenisch, Makedonisch und Serbokroatisch zählen; die germanischen Sprachen, die Englisch, Deutsch, Niederländisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch und Isländisch umfassen; und die romanischen Sprachen, zu denen Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch gehören. Diese Sprachen haben gemeinsame Wurzeln und werden als Gruppe der indogermanischen Sprachen zusammengefasst. Zu diesen gehören darüber hinaus Griechisch, Albanisch, die baltischen Sprachen und die keltischen Sprachen wie Gälisch, Walisisch (Kymrisch) und Bretonisch. Neben den indogermanischen Sprachen werden in einzelnen Sprachgemeinschaften auf dem Kontinent auch finnougrische Sprachen wie Finnisch, Ungarisch und Lappisch gesprochen. Weitere nichtindogermanische Sprachen in Europa sind Baskisch und Türkisch.
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Die Völkers Europa:
Europa ist die Heimat einer großen Zahl ethnischer Gruppen, die jeweils über eine gemeinsame Kultur und Sprache verfügen. Die europäischen Nationen umfassen meist eine vorherrschende Volksgruppe, etwa die Deutschen in Deutschland oder die Franzosen in Frankreich. Einige Länder, vor allem in Ost- und Südosteuropa, sind ethnisch überaus heterogen zusammengesetzt. Neben einer Titularnation, nach der das Land benannt ist (z. B. Litauer oder Slowaken) leben zahlreiche weitere Volksgruppen mit zum Teil beträchtlichen Anteilen als Minderheiten im Land. Darüber hinaus gibt es in den meisten Ländern kleinere ethnische Gruppen, die schon seit langer Zeit dort leben. Beispiele dafür sind etwa die Basken in Spanien oder die Samen (Lappen) in Norwegen. Auch eine größere Anzahl von Türken, Schwarzafrikanern und Arabern lebt in Westeuropa. Viele von ihnen halten sich nur für einen begrenzten Zeitraum zum Arbeiten in diesen Ländern auf. Der Zusammenbruch des kommunistischen Herrschaftssystems 1989 bis 1991 führte zur Auflösung der UdSSR in 15 getrennte, unabhängige Republiken, in denen jeweils eine ethnische Gruppe dominiert. Die Mehrheit der Bevölkerung in Kroatien, Slowenien und der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Makedonien, deren vorherrschende Volksgruppen jeweils eine Bevölkerungsmehrheit in einer der jugoslawischen Teilrepubliken stellten, stimmte 1991 für die Trennung von Jugoslawien und die Gründung unabhängiger Staaten. In Bosnien und Herzegowina existieren ebenfalls verschiedene ethnische Gruppen mit jeweils hohem Anteil an der gesamten Bevölkerung des Landes, was nach der Loslösung von Jugoslawien 1992 zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen führte.
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Flüsse:
Da der europäische Kontinent überaus stark gegliedert ist, hat sich mehr oder weniger ein so genanntes sternförmiges Entwässerungssystem herausgebildet. Dies bedeutet, dass die meisten Ströme von den zentralen Teilen des Kontinents zu den Rändern fließen, wobei ihre Quellflüsse oft dicht beieinanderliegen. Der längste Fluss Europas, die Wolga, fließt in südlicher Richtung zum Kaspischen Meer; auch der Ural, der einen Teil der Grenze zwischen Europa und Asien bildet, mündet in dieses Binnenmeer. Die Wolga hat auch das größte Einzugsgebiet aller europäischen Flüsse; sie entwässert ein Gebiet von nahezu 1,4 Millionen Quadratkilometern. Die Donau, der zweitlängste europäische Fluss, durchquert in ihrem Lauf von West nach Ost zahlreiche Länder und Naturräume in Mittel- und Südosteuropa und mündet schließlich ins Schwarze Meer. Zu den längsten Flüssen Mittel-, Süd- und Westeuropas gehören die Rhône, der Ebro und der Po, die ins Mittelmeer fließen, sowie Loire, Seine, Rhein und Elbe, die in den Atlantik bzw. in die Nordsee münden. Die Oder und die Weichsel fließen nach Norden in die Ostsee. Dnjepr und Dnjestr münden in das Schwarze Meer, der Don in das Asowsche Meer, eine Bucht im nordöstlichen Teil des Schwarzen Meeres. Gebirgskämme trennen die Einzugsgebiete von Flüssen und bilden somit markante Wasserscheiden. Angesichts des sternförmigen Entwässerungssystems bietet sich eine Verbindung der Flüsse durch Kanäle an. So werden Nordsee und Ostsee durch einen 1895 eröffneten Kanal (Nord-Ostsee-Kanal) miteinander verbunden. Der längste Kanal in Deutschland ist der Mittellandkanal. Er wurde im Jahr 1938 fertig gestellt und verbindet auf einer Länge von mehr als 320 Kilometern den Dortmund-Ems-Kanal mit der Elbe, in die er nördlich von Magdeburg mündet. |
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